10 Fähigkeiten, die Kinder wirklich fürs Leben brauchen

Lebenskompetenzen unserer Kinder mit Spielen und Ritualen fördern bedeutet sie stark machen, einfach „fit for life“ – ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, dass wir das alle wollen.

Ziemlich sperriges Wort allerdings – Lebenskompetenzen

Was ist das überhaupt –  eine Lebenskompetenz?

1994 definierte die WHO ( Weltgesundheitsorganisation) wie folgt:

Lebenskompetenzen sind diejenigen Fähigkeiten, die einen angemessenen Umgang sowohl mit unseren Mitmenschen als auch mit Problemen und Stresssituationen im alltäglichen Leben ermöglichen.  Solche Fähigkeiten sind bedeutsam für die Stärkung der psychosozialen Kompetenz.” 

WHO, 1994


Warum? Weil diese Fähigkeiten unabdingbar sind für die Stärkung der psychosozialen Kompetenz, für die psychische Gesundheit oder auch für die Suchtprävention.

Mit letzterem Thema habe ich mich im Laufe meiner Ausbildung umfassend auseinandergesetzt – das Thema meiner Abschlussarbeit lautete „Suchtvorbeugung beginnt im Kleinkindalter“

Ich selbst habe Suchtprävention in der Schule noch so erlebt, dass man uns Horrorbilder und den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gezeigt hat. Man dachte Abschreckung wäre das geeignete Mittel, um Jugendliche von Drogen fernzuhalten.

Jahre später gilt das nun als kontraproduktiv. Es hatte sich gezeigt, dass diese Abschreckmethode bei manchen sogar zu Probierkonsum geführt hatte! Als Jugendlicher fühlt man sich ja gern unverwundbar und so mancher wollte dann wissen, ob das wirklich so arg sei …

Heutzutage verlegt man sich in Sachen Suchtvorbeugung auf die Stärkung von Lebenskompetenzen. Was mir sehr gut gefällt, nicht umsonst predige ich gerne:

„Verschiebe den Fokus aufs Positive!“ 

Wir überlegen uns also lieber: „Was kann mein Kind besonders gut und wie kann ich es darin stärken?“ als an vermeintlichen Schwächen herumzubasteln.

Hier sind sie also – die Top Ten der Lebenskompetenzen:

  1. Selbstwahrnehmung = Erkennen der eigenen Person, des eigenen Charakters, eigene Stärken und Schwächen, Wünsche und Abneigungen
  2. Empathie = die Fähigkeit, sich in andere Personen hineinzuversetzen
  3. Kreatives Denken = über den Tellerrand schauen können/um die Ecke denken
  4. Kritisches Denken = Informationen und Erfahrungen objektiv analysieren
  5. Entscheidungen zu treffen = konstruktiv mit Entscheidungen im Alltag umgehen
  6. Problemlösefertigkeit = Schwierigkeiten und Konflikte im Alltag konstruktiv angehen und lösen
  7. Kommunikative Kompetenz = kultur- und situationsgemäß sowohl verbal als auch nonverbal
  8. Interpersonale Beziehungsfertigkeiten = Freundschaften/Beziehungen schließen und aufrecht erhalten
  9. Gefühlsbewältigung = sich der eigenen Gefühle und denen anderer bewusst zu werden und angemessen damit umgehen
  10. Stressbewältigung = Ursachen und Auswirkungen von Stress im Alltag zu erkennen und Stress reduzierende Verhaltensweisen zu erlernen

 

Wie aber können wir Lebenskompetenzen bei unseren Kindern entwickeln und stärken?

Nun, zuallererst sind wir immer Vorbild für unsere Kinder – und die kommunikative Kompetenz und die interpersonalen Beziehungsfertigkeiten (Nr. 7 und 8) sind ja unsere täglichen Begleiter im Alltag als Mama.
Da nehmen sich die Kinder in jeder Sekunde etwas von dir mit.

Wir können aber auch bewusst Abläufe, Spiele und Rituale im Tagesablauf integrieren, die im Sinne unserer Top Ten hilfreich sind. Einige davon möchte ich dir jetzt vorstellen:

Lebenskompetenzen stärken – Spiele und Rituale, die stark machen

Über Gefühle sprechen

Empathie ist eine wichtige Fähigkeit – die man üben kann, indem man über Gefühle spricht und das auch in Spiele einbaut. Wunderbar geht das beim Vorlesen oder Bilderbuch anschauen.

Das geht mit jedem Buch, einfach im Laufe des Vorlesens zwischendurch fragen: „Was denkst du, wie geht es … (Name der Figur einsetzen) mit dem, was hier passiert? Ist sie wohl traurig, erstaunt, erfreut …?“

Ein besonders geniales Bilderbuch dazu ist „Ein Dino zeigt Gefühle“* – recht minimalistisch mit Bildern eines Dinosauriers in unterschiedlichsten Gefühlslagen (inklusive einem gestressten, den ich gerne den Mama-Dino nenne)  Das kannst du wunderbar hernehmen, um mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen, indem du zum Beispiel Fragen stellst wie:

„Welcher Dino bist du heute?“
„Welcher Dino wärst du gerne?“
„Was glaubst du – wie geht es diesem Dino gerade?“

Welche Kompetenzen stärken wir damit?

  • Empathie
  • Selbstwahrnehmung
  • Gefühlsbewältigung
  • Kommunikation

Lass dein Kind im Haushalt helfen

Dazu gibt es ja auch bereits einen ausführlichen Artikel auf dem Blog – Warum Kinder im Haushalt helfen sollten

Je nach Alter kann dein Kind schon kleine Aufgaben und damit Verantwortung übernehmen, ihr könnte gemeinsam Abläufe besprechen (was haben wir zu tun, womit fangen wir an, ….) oder auch Mahlzeiten und Einkäufe planen. Vielleicht wollt ihr sogar gemeinsam einen Haushaltsplan gestalten, seid ruhig kreativ dabei. Zum Bespiel ein Plakat gestalten, das dann an einer gut sichtbaren Stelle hängt und alle an ihre Aufgaben erinnert.

Oder eine Checkliste, die bei jedem Wohnungsputz abgehakt wird 

Welche Kompetenzen stärken wir damit?

  • Entscheidungen treffen
  • Beziehungsfertigkeit (wenn Teamwork gefordert ist!)
  • Kreatives Denken

Geschichten erfinden

Denkt euch gemeinsam Geschichten aus – gerne mit Hilfe einer Geschichten-Schatzkiste.

Sammelt in einer Schuhschachtel oder in einem Korb Alltagsgegenstände aus der ganzen Wohnung ein und dann erfindet ihr eine Geschichte, in der alle diese Gegenstände vorkommen. Das geht auch als gegenseitige Challenge – jeder sammelt fünf Gegenstände für den anderen ?

Eine Variante für Autofahrten oder Urlaub sind sogenannte Story Cubes. Würfel, auf denen Gegenstände, Figuren oder auch Piktogramme aufgedruckt sind. Es wird zuerst gewürfelt und dann die Geschichte ausgedacht. Hier findest du als Beispiel Geschichtenwürfel mit allgemeinen Dingen* oder hier spezielle mit Märchenmotiven.

Welche Kompetenzen stärken wir damit?

  • Kreatives Denken
  • Probleme lösen
  • Kommunikation
  • Empathie

Ein ganz tolles Buch mit vielen Ideen für weitere Spiele und Rituale ist zum Beispiel „Kinder lieben Rituale“* Es ist zwar für Kindergruppen und Pädagoginnen gedacht, aber man viel auch für den häuslichen Alltag „umbauen“.

Du willst noch mehr über das Stärken von Lebenskompetenzen von Kindern wissen? Ein Klick auf das folgende Bild bringt dich direkt zu Youtube zur Webinaraufzeichnung „10 Fähigkeiten, die Kinder wirklich fürs Leben brauchen“

Frau jongliert mit Werkzeugen

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